Press

Übergangslösung für Agno. - 03/10/2003

AARGAUER ZEITUNG

Flughafen Lugano Bazl erlässt neue Anflugregeln - Swiss muss Piloten umschulen
Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hat seine Verfügung für das umstrittene neue Anflugregime auf dem Flughafen Lu-gano-Agno bestätigt. Das stellt die Swiss vor Probleme. 15 bis 20 Piloten müssen dafür umgeschult werden.
Das heutige Anflugregime des Flughafens Agno verstosse gegen internationale Bestimmungen, sagte Max Friedli, Interimsdirektor des Bazl, gestern vor den Medien. Das Bazl gewährt den Betroffenen jedoch eine weniger strenge Übergangsregelung von zwei Jahren.
Der steile Tauchflug von 11,85 Grad während des Anflugs stelle ein hohes Sicherheitsrisiko dar, sagte Friedli. Dieses wird mit der Verfügung ab 1. November 2003 etappenweise behoben. Für die Dauer von zwei Jahren dürfen in Agno nur noch Flugzeuge landen, die für einen Anflugleitwinkel von 6 Grad zertifiziert sind. Diese Übergangsbestimmung sei als befristete Massnahme inhaltlich wie juristisch verantwortbar, sagte Friedli. Das heisst, dass die oft benutzten Flugzeuge des Typs Jumbolino während der nächsten zwei Jahre noch eingesetzt werden können. Die Saab 2000 dürfen Lugano ab November definitiv nicht mehr anfliegen.Ab November 2005 entspreche der Sicherheitsstandard in Lugano-Agno dann vollumfänglich den internationalen Normen. Dann müssen die anfliegenden Flugzeuge für einen Anflug von 6,65 Grad zugelassen sein. Unter diesen Umständen könnte auch die Swiss mit ihren Flugzeugen nicht mehr landen. Der Kanton Tessin und die Fluggesellschaften hätten denn auch wirtschaftliche Interessen gegen diese Lösung geltend gemacht. «Trotzdem aber vermögen die wirtschaftlichen Interessen die Sicherheitsaspekte nicht aufzuwiegen», sagte Friedli.
Tessin droht mit Rekurs
Der Kanton Tessin hat bereits angekündigt, gegen den Entscheid Rekurs einzureichen. Die Entscheidung des Bazl sei gleichzeitig befriedigend und unbefriedigend, sagte der Tessiner Staatsrat Marco Borradori. Die Übergangsfrist von zwei Jahren sei positiv. Dass die Saab 2000 nicht mehr eingesetzt werden dürften, sei aber schlecht.Gemischte Gefühle auch bei den Fluggesellschaften: Julian Cook, der Chef von Baboo Airways, geht davon aus, Ende Monat Flüge für die Strecke Lugano-Genf anbieten zu können. Von einer «grossen Enttäuschung» sprach im Tessiner Radio RSI auch Franco Mosè, dessen Darwin Airline auch auf dieser Strecke operieren möchte.«Die neuen Bestimmungen sind für die Swiss viel restriktiver, als das Bazl bisher angegeben hat», sagte eine Swiss-Sprecherin. Ob sämtliche Piloten die Umschulung bis Anfang November abgeschlossen haben werden, ist mehr als fraglich.Beim Lugano Airport in Agno wollte gestern niemand Stellung beziehen. Flughafendirektor Giorgio Marcionni war gemäss Angaben seiner Sekretärin den ganzen Tag abwesend und für Medien nicht zu sprechen. (sda).
Aargauer Zeitung

<< Back Top
Subscribe now to our weekly newletter, receive our offers